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Post-

Künstler*in(nen)
Shade Sadiku Cumini, Matilde Gazeau Frade, Léa Giordano, ludovic hadjeras, Inès Hosni, Mona Young-eun Kim, Sam Krack, Rari Matei, Phuong Thao Nguyen, jae Park, ​Seunghyun Park, Nika Schmitt, Mehdi Zion
Kurator*in(nen)
Charles Rouleau, Filipa Lima

Das Präfix „post-“ ist ein im 20. Jahrhundert häufig verwendeter Zusatz, etwa in Begriffen wie Postimpressionismus, Poststrukturalismus, Postmoderne, Postkolonialismus usw. Er lädt dazu ein, das in der Vergangenheit Erreichte zu analysieren, um über mögliche Kontinuitäten oder Brüche in der Zukunft nachzudenken. Dabei kann er von einer kritischen Haltung zeugen – wie im Fall des Postkolonialismus – oder umgekehrt für eine Weiterentwicklung eines bestehenden Konzepts plädieren: Der Begriff „Post-Rock“ beispielsweise lehnt Rockmusik nicht ab, sondern steht für die Veränderung, Umformulierung oder Neuinterpretation zuvor etablierter Codes. 

In diesem Sinne bietet auch das Projekt Post- im Casino Luxembourg die Gelegenheit, nachträglich etwas zu reflektieren, das zuvor im Casino Display, dem Forschungs- und Projektraum für Residenzkünstler:innen des Casino Luxembourg, stattgefunden hat. Diese Überlegungen folgen zwei Strängen: einerseits dem Post-Master, der sich mit Fragen der Präsentation und Vermittlung künstlerischer Forschung befasst, andererseits den Post-Residencies, in denen untersucht wird, wie Werke und neue Ideen, die im Rahmen eines Künstleraufenthalts entstanden sind, fortbestehen und sich im Laufe der Zeit wandeln. 

Post- versteht sich also sowohl als Bestandsaufnahme des Bisherigen als auch Projektion des Möglichen. Das Präfix steht in diesem Fall nicht für ein Ende oder einen Abschluss, sondern symbolisiert eine fortwährende Entwicklung, ein ständiges Werden. 
 

Post-Master 

1.3–23.3.2026  

27.5–15.6.2026  

Künstler:innen: Matilde Gazeau Frade, Inès Hosni​, Mona Young-eun Kim​, jae Park​, Seunghyun Park​ 

Post-Master untersucht die Präsentationsmöglichkeiten von künstlerischen Forschungsprozessen. Anders gesagt, wie können Ideen räumlich dargestellt werden, wenn ein Projekt noch nicht abgeschlossen ist? Post-Master versucht, Narration gleichzeitig als Methode zur Vermittlung laufender künstlerischer Forschung und als Instrument zur Untersuchung des Prozesses an sich zu begreifen. Die beiden Ausstellungsmomente präsentieren zwei Forschungsphasen, zwischen der Entstehung einer Idee und ihrer Verwandlung im Laufe des Prozesses, und laden uns ein, ihrer Entwicklung zu folgen. 

Das European Post-Master ist ein Kooperationsprogramm zwischen der Haute École des Arts du Rhin (HEAR – Straßburg/Mulhouse, Frankreich), der École nationale supérieure des arts visuels de La Cambre (La Cambre – Brüssel, Belgien), der Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten (KABK – Den Haag, Niederlande) und der École nationale supérieure d’art et de design de Nancy (ENSAD Nancy, Frankreich). 
 

Post-Residencies 

Künstler:innen: 

Sam Krack: 1.3–30.3.2026 

Phuong Thao Nguyen: 8.4–4.5.2026  

ludovic hadjeras: 6.5–8.6.2026  

Nika Schmitt: 24.6–7.9.2026 

Post-Residencies ist ein Ausstellungsprogramm mit Werken, die ursprünglich im Rahmen eines Künstleraufenthalts im Casino Display entstanden sind. Die Aufforderung, ihre Arbeiten in den Ausstellungsräumen des Casino Luxembourg zeigen, stellt die Künstler:innen vor die Frage, wie Werke, die in einem bestimmten kreativen Umfeld entstanden sind – in diesem Fall im Casino Display, wo sie mehrere Monate lang zu Gast waren –, in einem anderen Kontext präsentiert werden können. Dieser Ansatz bietet die Möglichkeit, die fließenden Grenzen zwischen den beiden Räumen und die sich daraus ergebenden kuratorischen Bedingungen zu untersuchen. 

Diese Phase des Projekts, die als räumliche Übung konzipiert ist, entfaltet sich als Dialog zwischen Künstler:in und Kurator:in, die gemeinsam über die Veränderungen nachdenken, die Arbeiten durchlaufen, wenn sie in einen anderen Kontext übertragen werden. Dabei wird untersucht, wie ein Werk, das in der Intimität und kreativen Intensität einer Künstlerresidenz entstanden ist, an einem anderen Ort eine andere Resonanz erlangen kann und welche neuen Bedeutungen oder Spannungen dadurch entstehen können. Der Schwerpunkt liegt hier sowohl auf der Entstehung des Werks als auch auf seinem Potenzial zur Erneuerung. 

Zum Abschluss der Post-Residencies wird Nika Schmitt erneut den Rahmen verschieben und Zeitlichkeiten verwischen, indem sie eine rückwärtsgewandte Reflexion entfaltet. Dabei thematisiert sie den Schöpfungsprozess im Vorgriff auf eine bevorstehende Residenz und schafft so ein Gespräch zwischen vergangenen und künftigen Werken. 

Während des gesamten Projekts arbeiten die Künstler:innen mit Kurator:innen zusammen und konzentrieren sich dabei auf die kritischen Aspekte des Unterfangens. Das gemeinsame Erstellen eines Dokuments, das das Werk fortan begleitet, soll es ermöglichen, den Begriff des ortsspezifischen Kunstwerks zu erweitern. 
 

périscope 

6.4–24.5.2026 

Künstler:innen : Shade Sadiku Cumini, Léa Giordano, Rari Matei, Mehdi Zion 

périscope ist eine Installation mit Bewegbildern, die hinter einem kleinen Fenster auf Bürgersteighöhe im Casino Display-Gebäude angebracht und von der Rue de la Loge aus sichtbar ist. Die Werke, die während der ersten Künstleraufenthalte im Jahr 2025 entstanden sind und die Aktivierung des Projekts einleiteten, werden nun im Casino Luxembourg präsentiert. Dabei stellt sich die Frage, wie Werke, die in einem bestimmten Format konzipiert wurden, in einen anderen Kontext übertragen werden können. Zudem sollen auf diese Weise der Dialog und der Gedankenaustausch rund um die Arbeiten in einem anderen Raum fortgeführt werden. 

Indem er seine Arbeit zunächst im Casino Luxembourg und erst anschließend im périscope des Casino Display zeigen möchte, kehrt der Künstler Mehdi Zion die übliche Reihenfolge von Entstehung und Präsentation um. 

 

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HEAR, La Cambre, KABK, ENSAD Nancy

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