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Über uns

Das internationale Ausstellungsprogramm des zentral in der luxemburgischen Hauptstadt gelegenen Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain steht ganz im Zeichen der Gegenwartskunst und ist vor allem jungen Künstler*innen gewidmet. Das Kunstzentrum verfügt über diverse, vielseitig nutzbare und wandlungsfähige öffentliche Bereiche, die es zu einem einladenden und kommunikativen Ort der Kunst machen: Im Erdgeschoss befinden sich neben einer auf die Gegenwartskunst spezialisierten Bibliothek und einer Buchhandlung, ein Raum für pädagogische Angebote und ein Restaurant. Die erste Etage ist den wechselnden monografischen oder thematischen Ausstellungen des Forums vorbehalten. Ergänzt wird das Programm durch Führungen, Vorträge, Konzerte und Workshops. Als Kunstforum jenseits musealer Anliegen versteht sich das Casino als künstlerisches Labor für das schöpferische Schaffen der Zukunft.

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Ein Forum für zeitgenössische Kunst

Im Casino stehen die Künstler*innen im Mittelpunkt.

Das Casino Luxembourg begleitet aufstrebende Künstler*innen in ihrer Entwicklung und auf ihrem künstlerischen Weg. Es macht sie für eine breite Öffentlichkeit und für ein großes internationales Fachpublikum sichtbar und dient damit oft jungen Künstler*innen als Karrieresprungbrett. Seit seiner Gründung 1996 steht das Casino Luxembourg für die Gegenwartskunst des Landes und strahlt dabei auch international aus. Immer auf der Suche nach neuen Trends, ist es Katalysator und Kämpfer für Ideen und Reflexionen in der Gegenwartskunst. Künstler*innen sollen explorieren, experimentieren und innovieren.

Das Casino kuratiert international bedeutende Ausstellungen, die mehrheitlich einzelnen Künstler*innen gewidmet sind, allein oder auch gemeinsam mit anderen Einrichtungen. Es möchte den Künstler*innen einen sicheren Ort geben, ganz im Geist seines Auftrags, neue Werke entstehen zu lassen. Über die einzelne Ausstellung hinaus will es ein günstiges Klima für ihre Entdeckung und für den Austausch über ihre Arbeit schaffen. Die Betreuung verschiedener Publikumsgruppen ist eine weitere wichtige Aufgabe des Casinos. Es steht für eine engagierte und kreative Kunstvermittlung und für ein umfangreiches Bildungsprogramm.

Neben den Ausstellungen bietet das Casino ein weitgefächertes Programm zu verschiedenen Aspekten des zeitgenössischen Kunstschaffens. Diverse Veranstaltungen, Meisterklassen und weitere Vorträge ermöglichen den Künstler*innen eine direkte Begegnung mit dem Publikum – eine wichtige Voraussetzung, um die Kunst von heute zu verstehen. So beschäftigte sich das Casino in der Saison 2021/2022 insbesondere mit künstlicher Intelligenz, deren Herausforderungen in einer Reihe von sechs Konferenzen mit internationalen Experten auf diesem Gebiet erörtert wurden. Die Filmaufnahmen davon finden Sie auf unserem Casino Channel.

Ein Ort des Austauschs

Das „Aquarium“

Das wegen seiner Intimität bevorzugte „Aquarium“ beherbergt Performances, Konzerte und Theaterstücke in seinen Räumen und fördert weiterhin die Schaffung neuer Ausdrucksformen für ein neugieriges Publikum.

 

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InfoLab

Das Casino Luxembourg verfügt über eine Bibliothek, das InfoLab, das auch als Raum für Konferenzen, Filmvorführungen oder Begegnungen zwischen Publikum und Künstler*innen dient. Es ist der ideale Ort, um Ihren Besuch zu verlängern, und die Auswahl an Büchern ergänzt die Themen der aktuellen Ausstellung(en).

Bücher, Künstlerdossiers und Zeitschriften können nur vor Ort konsultiert werden.

Der Dokumentenbestand des InfoLab (Ausstellungskataloge, Monographien, Künstlerbücher) ist über den Online-Kollektivkatalog unter folgender Adresse einsehbar: https://www.a-z.lu 

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ArtBookBox

In unserem Bookshop finden Sie neben Künstlerbüchern und unseren Ausstellungskatalogen auch theoretische und didaktische Bücher, Essays, DIY-Zeitschriften sowie eine Auswahl an Postkarten, Lesezeichen, Bleistiften, Vinylplatten, umweltfreundlichen Taschen und anderen Geschenkideen.

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Die Geschichte

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Beheimatet ist das Casino Luxembourg in einem ehemaligen Casino Bourgeois, einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Es steht allen Liebhaber*innen zeitgenössischer Kunst offen: Fachleuten, aufgeklärten Laien sowie Neulingen, die in das Universum des zeitgenössischen Kunstschaffens eintauchen wollen. Das Casino hat eine internationale Ausstrahlung und ist stets auf der Suche nach neuen Trends. Es fungiert als Katalysator und Verteidiger von Ideen und Überlegungen zur zeitgenössischen Kunst und fördert so die künstlerische Erkundung, das Experimentieren und die Innovation.

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Permanente Werke

Im Laufe der Jahre haben sich bestimmte Werke, einige davon nahezu unbemerkt, ins Innerste des Gebäudes und drum herum eingeschlichen. Einige sind seither unter mehreren Farbanstrichen verschwunden oder diversen Neugestaltungen zum Opfer gefallen. Andere hatten offensichtlich mehr Glück und sind geblieben, darunter A Wise Thought in a Circle von Nedko Solakov oder La Surface de l’Art von Jacques Charlier. Wieder andere wurden speziell in Auftrag gegeben, um gezeigt zu werden, so wie Zeitgeist: Karl Cobain von Claudia Passeri, Beautiful Steps #10 von Lang/Baumann oder auch Zäit Wuert des Künstlerkollektivs LAb[au]. Sie alle sind heutzutage Teil der permanenten „Sammlung“ des Casino Luxembourg. 

La Surface de l'Art, 1997 Jacques Charlier
Sandgestrahlte Fläche von 4,60 x 3,16m an der Hauptfassade
Standort

Fassade, rue Notre-Dame

Surface de l'Art

„Worum geht es bei La Surface de l’Art (übersetzt: (Ober)fläche der Kunst)? Um den mehr als hundertjährigen Staub, der abgetragen wurde, sodass jetzt das wahre Erscheinungsbild des Ortes zu sehen ist, an dem wir Kunst zutage zu fördern versuchen? Oder soll die Intervention zeigen, dass man über die Fassade des Gebäudes hinaus- und in ein Kunstzentrum hineingehen muss, um die Kunst sehen zu können? Dass es wie bei allem anderen auch darum geht, unter die Oberfläche, unter die Haut zu schauen, um das Wesentliche sehen zu können? Aber ist denn wirklich gewährleistet, dass man beim Eintreten Kunst zu sehen bekommt? Reicht das Gebäude, um alles, was hier präsentiert wird, als Kunst auszuweisen? […] Im Großen und Ganzen geht es darum, sich nicht mit der Oberfläche der Kunst zufrieden zu geben, darum, zu wissen, wie man die Werke und seinen Geist vom Staub befreit, um an das zu gelangen, was wirklich zählt.“

– Rede von Enrico Lunghi, künstlerischer Leiter (1996–2008), bei der Vernissage zur Ausstellung Jacques Charlier – La Surface de l’Art am 5. Juni 1997.

 

Jacques Charlier (*1939, Lüttich, Belgien; lebt und arbeitet in Lüttich) ist ein äußerst facettenreicher Künstler, der nicht nur in der Malerei tätig ist, sondern auch als Comiczeichner, Videokünstler oder Fotograf. Seine unkonventionellen Arbeiten liefern einen humorvollen, selbstironischen Blick auf die Welt der Kunst.

A Wise Thought in a Circle, 2003 Nedko Solakov
Filzstift, handgeschriebener Text auf Decke
Entstanden im Rahmen der Einzelausstellung Nedko Solakov – A 12 1/3 (and even more) Year Survey, 2003
Standort

KAY Restaurant

a wise thought

“Dies sollte ursprünglich ein sehr weiser und ziemlich profunder Gedanke in einem Kreis werden, der, so hatte ich es mir in meinem Kopf ausgedacht, eigentlich auf die natürlichste Art und Weise entstehen sollte, sobald ich anfangen würde auf diese Decke zu schreiben. Allerdings scheint es, als ob diese wunderbare Idee doch nicht so ganz funktioniert. Tut mir leid.” – Nedko Solakov

Nedko Solakov
(*1957, Cherven Briag, Bulgarien; lebt und arbeitet in Sofia, Bulgarien) ist ein Geschichtenerzähler. In seinen Werken interessiert er sich für die Stellung des Künstlers und seiner Arbeit innerhalb der Gesellschaft. Anhand kurzer handgeschriebener Texte oder Zeichnungen, die er direkt an den Ausstellungswänden anbringt, kommentiert er seine Fragestellungen.

Beautiful Steps #10, 2014 Lang/Baumann
Glasfaser-Kunststofflaminat
Commande
Standort

Fassade rue Notre-Dame

beautiful steps

Im Dezember 2012 lud das Casino Luxembourg fünf internationale Künstler*innen zu einem Wettbewerb ein, dessen Zweck die dauerhafte künstlerische Gestaltung der Nordfassade des Gebäudes (Rue Notre-Dame) war. Die Wahl der Jury fiel einstimmig auf das Projekt Beautiful Steps #10 des Schweizer Künstlerduos Lang/Baumann.

Im Mai 2014 installierten Lang/Baumann einen Balkon in Form eines Pyramidenstumpfes an der Mitte der nördlichen Gebäudefassade, um einen Dialog zwischen Innen- und Außenraum zu bewirken. Der Balkon aus einem weiß gestrichenen Glasfaser-Kunststofflaminat und mit einer Tiefe von drei Metern wirkt von außen wie eine geschlossene geometrische Form, ein ins Leere ragender architektonischer Vorsprung. Erst im Innern des Gebäudes, auf dem Absatz der ersten Etage, wird einem klar, dass dieser „Balkon“ seiner eigentlichen Bestimmung gemäß genutzt werden kann.

Beautiful Steps #10 ist Teil der Werkreihe Beautiful Steps, an der Sabina Lang (*1972; lebt und arbeitet in Burgdorf, Schweiz) und Daniel Baumann (*1967; lebt und arbeitet in Burgdorf, Schweiz) seit einigen Jahren arbeiten und die sich auf unkonventionelle und außergewöhnliche Weise mit Treppen, ihrer Form und Funktion beschäftigt.

Finanzielle Unterstützung:  Les Amis des Musées d'Art et d'Histoire Luxembourg

Zeitgeist: Karl Cobain, 2016  Claudia Passeri
Neon
In Auftrag gegeben für das 20-jährige Jubiläum des Casino Luxembourg im Jahr 2016
Standort

KAY Restaurant

zeitgeist

Claudia Passeris Neon-Kunstwerk mit dem Titel Zeitgeist: Karl Cobain setzt geschichtliche und kulturelle Akzente im Restaurant im Erdgeschoss des Kunstzentrums. Bei den beiden Neon- „Schriftzügen“ handelt es sich um die grafische Übertragung der Schallwellen, die den ersten Satz von Karl Marx’ Kommunistischem Manifest sowie einen Satz aus Nirvanas Cover-Version des David Bowie-Songs The Man Who Sold the World in der Interpretation von Kurt Cobain abbilden. Damit bringt Claudia Passeri zwei Epochen und Ideologien zusammen, die verschiedener nicht sein könnten und dennoch beide einen Bezug zur Geschichte des Casino haben: Als Casino Bourgeois wurde es zu Marx’ Zeiten gegründet, als Forum für Gegenwartskunst zwei Jahre nach Cobains Tod. 

Claudia Passeri
(*1977 ; lebt und arbeitet in Luxemburg und Perugia, Italien) erschafft standortspezifische Interventionen und kontextbezogene Werke, die unserer Wahrnehmung bestimmter Orte nachgehen und je nach Ort bzw. Kontext eine gesellschaftliche, politische oder ökologische Dimension annehmen. Ihre künstlerischen Recherchen haben einen neoromantischen Aspekt, mit dem sie – häufig auf indirekte, ironische Weise – die Mechanismen offenlegen möchte, die kreativen Prozessen zugrunde liegen und unseren Blick auf die Welt beeinflussen und verändern.

Zäit Wuert, 2019 LAb[au]
Anzeiger aus 16 Segmenten je 90x70cm, PMMA Abdeckung, Stahl, Aluminium, generative Software
Entstanden im Rahmen der Einzelausstellung « LAb[au] – If Then Else », 2019
Standort

Fassade, boulevard F.D. Roosevelt

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Bei der Installation Zäit Wuert (aus dem Luxemburgischen: Zeit/Wort) handelt es sich um eine Leuchtschrift aus sechs Buchstaben an der Südfassade des Gebäudes, zum Boulevard Roosevelt hin. Welche Wörter angezeigt werden, hängt von einem Prozess ab, der die sechs Buchstaben nach einem Zufallsprinzip generiert und gleichzeitig das Vorhandensein der jeweiligen Kombination in einem deutschen, englischen, französischen und luxemburgischen Wörterbuch überprüft; existiert der Begriff in keiner Sprache, beginnt der Prozess von vorne.

Aufgrund der unterschiedlichen Dauer der jeweiligen Wortsuche ist auch die Dauer der Anzeige des Wortes unterschiedlich. Die Installation schlägt also ein Leuchtzeichen vor, das auf einer Zufallsoperation basiert, bei der die ursprüngliche, aus den sechs Buchstaben c-a-s-i-n-o bestehende Leuchtschrift ersetzt wird. Dieser Schreibprozess ersetzt die traditionelle Erzählung durch die Polysemie einer agnostischen Aussage, eine konkrete Poesie, die zu Interpretation und Assoziation ermutigt.

LAb[au] ist eine aus Brüssel, Belgien, stammende Künstlergruppe bestehend aus Manuel Abendroth, Jérôme Decock und Els Vermang. Sie erkundet in ihrer Praxis das Verhältnis zwischen Kunst und Sprache, und zwar nicht nur durch das geschriebene Wort und andere Formen kodierter Sprache – Semantik –, sondern auch durch Zeichen – Semiotik. So formuliert das Trio einen linguistischen Ansatz zur Kunst auch unter Anwendung der Informations[1]und Kommunikationswissenschaften.