Screentime/s
Die Ausstellung Screentime/s fragt, wie zeitgenössische digitale Umgebungen – Videospiele, computergenerierte Bilder, immersive Welten und virtuelle Realitäten – zu Orten der Reaktivierung, Transformation und Erfindung symbolischer Erzählungen werden. Innerhalb dieser Systeme werden alte mythische Strukturen neu durchgespielt (Figuren der Metamorphose, Ursprungsgeschichten, Grenzzustände, Beziehungen zwischen Menschen und Nicht-Menschen), die durch aktuelle Technologien neu konfiguriert und in zeitgenössische oder zukünftige imaginäre Welten verortet werden.
Screentime/s untersucht, in welchem Maße Technologien wie Echtzeit-Rendering, virtuelle Realität und algorithmische Bildgenerierung unsere kulturelle Vorstellungskraft verändern, Formen der Subjektivität neu konfigurieren und die Art und Weise verändern, in der wir die Realität zeitlich wahrnehmen, glauben und erleben. Diese Technologien beeinflussen nicht nur die unmittelbare Gegenwart, sondern schreiben unsere Erfahrung der Welt in multiple Temporalitäten ein, in denen sich Erinnerung, Zukunftsvisionen, kulturelles Erbe und generationsübergreifende Projektionen überschneiden.
Im Zentrum von Screentime/s steht eine kritische Neubewertung des Bildschirms, der sich von einer einfachen Anzeigefläche zu einer aktiven und generativen Schnittstelle entwickelt hat – zu einer psychotechnischen Membran, in der hybride Identitäten, spekulative Realitäten und offene Formen der visuellen Erzählung konstruiert werden. Der Bildschirm ist heute zugleich Medium und Schnittstelle, ritueller Raum und Fabuliergerät, und wirkt als solches an der Produktion neuer Erfahrungsbedingungen mit, die die Grenzen zwischen dem Realen und dem Virtuellen, dem Sichtbaren und dem Imaginären, dem Körperlichen und dem Synthetischen verwischen.
Partners
Die Ausstellung wird unterstützt vom Institut français und der Association Victor Hugo